Borkenkäfer sind nicht nur im Wald ein Problem, auch bei der Neupflanzung
einiger Ziergehölze können Schäden durch Borkenkäfer verursacht werden.
Bei optimalen Anwachsbedingungen, vorab bedarfsgerechtem Wässern, wird
ein Befall eingeschränkt. In den ersten 2 Standjahren ist somit bei trockener
Witterung das Einschwemmen des Wurzelballens alle 2 bis 4 Wochen sinnvoll
(je nach Wasserhaltevermögen des Bodens). Da die Gehölze durch das Verpflanzen
immer etwas geschwächt werden, müssen sie z.T. während einer zweijährigen
Anwachszeit vor dem Borkenkäfer geschützt werden.
Mögliche Wirtspflanzen (eher bei Pflanzen über 3 m Höhe, jedoch auch
kleinere):
-Quercus petraea, robur + robur Fastigiata
-Quercus palustris, frainetto, coccinea
-alle Picea -Pinus sylvestris + cembra (selten), allg. grössere Pinus
-allg. stärkere Hochstämme
Je nach Region ist der Befallsdruck unterschiedlich, eine Pflanzung in
Waldnähe erhöht das Befallrisiko.
Erkennen bereits befallener Pflanzen:
-kleine Bohrlöcher im Stamm oder in dicken Ästen
-Harzfluss am Stamm (Bohrlöcher) vor allem bei Nadelgehölzen
-Bohrmehl-Häufchen in Astgabeln oder entlang des Stammes
Bei Verdacht Rinde bei Bohrloch anschneiden, Frassgänge suchen.
Frühzeitiges Erkennen ist für eine erfolgreiche Behandlung wichtig.
Nur dann kann die Pflanze noch wirkungsvoll behandelt werden. Wenn die
Käfer einmal genügend lange Frassgänge in der Borke erstellt haben, sind
sie kaum mehr zu bekämpfen.
Vorbeugung (empfehlenswert!) + Behandlung (bei allen Picea und bei Befall
zwingend)
Zeitpunkt:
- ab Mitte März, bei warmer, trockener Witterung (Käfer wird bei 16 bis
18 Grad aktiv), bis August
Anwendung:
- vorbeugend: alle 4 – 6 Wochen (bei intensiven Niederschlägen kann der
Spritzbelag am Holz vorzeitig abgewaschen werden) -zur Behandlung: alle
1 – 2 Wochen (3 – 4 Spritzungen)
-nur Stämme und dicke Äste spritzen!
Produkte (wahlweise, z.B.):
-Marshal (Tiefenwirkung) 0.4 % Maag
-Orthene 0.2 % Maag
-Endosulfan 0.75 % Leu Gygax
-Endosulfan Agro 0.75 % Bayer

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